Insider-Talk mit Horst Rudolph: „Ans Aufhören habe ich noch keinen Gedanken verloren“

Insider-Talk mit Horst Rudolph
Horst Rudolph im Portrait am 29.12.2013 in Dortmund.
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In diesem Jahr feiert Horst Rudolph seinen 80. Geburtstag, doch unverändert agiert der Mannheimer Besitzertrainer mit großem Erfolg. Nachdem er schon 2013 einmal 20 Rennen in einem Jahr gewonnen hatte, kam er dieser Rekordzahl 2018 sehr nahe.

Exklusiv im Insider-Talk auf dem RaceBets-Blog berichtet Horst Rudolph über sein Leben mit den schnellen Pferden.

Horst Rudolph während der Championatsehrung
Horst Rudolph während der Championatsehrung im Portrait in Neuss

Mit 17 Siegen war 2018 ein ganz besonderes Jahr für Sie. Was waren die Gründe für diese stolze Bilanz?

Horst Rudolph: Der Schlüssel für diese tolle Bilanz ist ein gutes Team, das die Pferde immer motiviert bekommen hat, so dass diese in der Lage waren, alles zu geben. Nicht jedes Jahr hat man Pferde, die so einen Siegeswillen besitzen, wie vor allem Bill Ferdinand mit sechs Erfolgen und Southern Comfort mit fünf Treffern. Aber auch ihre Stallgefährten haben ihren Kampfgeist unter Beweis gestellt.

Bill Ferdinand siegt unter Miguel Lopez
Bill Ferdinand siegt unter Miguel Lopez am 14.02.2018 in Dortmund.

Auch die neue Saison begann schon vielversprechend. Welchen Pferden trauen Sie noch weitere Steigerung zu?

Rudolph: Der Camelot-Sohn Cachalot ist ein großer Hoffnungsträger und hat uns bei seinem Debüt keineswegs enttäuscht, auch auf dem fünfjährigen Wallach Furous liegen große Hoffnungen. Die fünfjährige Schimmelstute Sarayu hat schon schöne Ansätze gezeigt. Doch auch die anderen werden ihre Aufgaben weiterhin meistern. Pissarro hat mit einem zweiten Plätz im Ausgleich II seine Aufgabe im letzten Rennen sehr schön gemeistert, und wir hoffen auf dieser Ebene weiterhin mithalten zu können.

Was ist für Sie das Besondere an der Arbeit mit den Rennpferden?

Rudolph: Schritt für Schritt die Weiterentwicklungen der einzelnen Pferde zu beobachten. Mit 13 Jahren habe ich bei Carl Lochbühler begonnen zu reiten, der für mich ein väterlicher Freund war. Dieser hat mir damals auch mein erstes Rennpferd geschenkt. Früher habe ich oft Pferde vom Gestüt Höny-Hof bekommen, mittlerweile erhalte ich viele Pferde von Petra und Hans Wirth aus dem Gewinn. Oftmals haben diese Pferde bei anderen Trainern keine Ansätze gezeigt und wurden abgestempelt. Was den Siegen noch mehr Bedeutung schenkt.

Horst Rudolph mit Pissarro
Horst Rudolph mit Pissarro im Toten Rennen am 27.10.2018 in Mannheim.

Wie hat sich der Job des Besitzertrainers in all den Jahren verändert?

Rudolph: Für mich nicht viel, Berufstrainer kam für mich nie in Frage, da ich gerne in Ruhe arbeite und der Druck der Besitzer zu groß wäre.

Was würden Sie jungen Menschen raten, die mit dem Gedanken spielen, Trainer zu werden?

Rudolph: Dazu würde ich ihnen überhaupt nicht raten. Lieber eine ordentliche Ausbildung und Besitzertrainer nebenher.

Welche Rolle spielen für Sie die neuen Medien?

Rudolph: Die Medien sind wichtig für den Rennsport, um ihn am Leben zu erhalten und den Sport in ein positives Licht zu rücken. Oftmals passiert aber auch genau das Gegenteil.

Horst Rudolph und Katharina Irmer
Horst Rudolph und Katharina Irmer in Frankfurt am 10.04.2011 in Frankfurt.

Mannheim ist seit Jahrzehnten Ihre Heimat. Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Rennbahn?

Rudolph: Vor ein paar Jahren wurde unsere Sandbahn erneuert, dies bringt den Vorteil, dass wir auch im Winter größtenteils durcharbeiten können.

Sie werden in diesem Jahr 80 Jahre alt. Wie lange möchten Sie diesen Beruf noch ausführen? Haben Sie schon mal als Aufhören gedacht?

Rudolph: Ans Aufhören habe ich noch keinen Gedanken verloren. Ich fühle mich noch fit, bin gesund und habe Spaß daran, und so lange werde ich meine Leidenschaft auch nicht aufgeben. Wenn die Zeit kommen wird, wird mein Sohn hoffentlich den Stall weiterführen.

Horst Rudolph
Horst Rudolph im Portrait in Frankfurt.

Teilt Ihre Familie die Leidenschaft für die Pferde?

Rudolph: Meine Frau ist, so wie mein Sohn, lange im Training mit geritten und immer noch bei fast jedem Rennen dabei.

Ihr größter Wunsch für 2019?

Rudolph: Mir ist wichtig, dass die Pferde heil aus den Rennen kommen und gesund bleiben.

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