Marco Klein: „Quian der logische Sieger im Oleander-Rennen“

Marco Kleins Rennanalyse
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Das gibt es nur noch einmal in diesem Jahr: Auf drei Rennbahnen werden an diesem Wochenende Galopprennen ausgetragen. Die letzte Doppel-Veranstaltung der alles andere als einfachen Corona-Saison 2020 steigt am Samstag, wobei die beiden Bahnen zeitlich auseinanderliegen. Zunächst geht es am Samstag in Halle zur Sache. Beim Saisonfinale wird dort das Hallesche Auktionsrennen um 37.000 Euro an Preisgeldern angehalten. Am Abend steigt in Dortmund die Premiere der Winter-Saison 2020/2021 auf der Sandbahn. Auch PMU überträgt einige der Rennen nach Frankreich.

Am Sonntag steht mit dem Comer Group International 49. Oleander-Rennen (Gruppe II) um 100.000 Euro auf der Galopprennbahn in Berlin-Hoppegarten beim Saisonfinale 2020 das wichtigste Steherrennen Deutschlands an.

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Galopp in Berlin-Hoppegarten
Die Pferde und Jockeys in Hoppegarten

Zweimal Samstag, einmal Sonntag – das sagt der Experte

Natürlich hat sich auch unser RaceBets-Botschafter Marco Klein schon zum Wochenstart mit den Prüfungen beschäftigt. Wir haben ihn am Montag gefragt, welche drei Rennen für ihn am interessantesten sind und ihn um seine Analyse gebeten. Außerdem ging er der Frage nach, weshalb diese Prüfungen für normale Rennsportfans besonders attraktiv sind. Hier seine Einschätzung zum BBAG Auktionsrennen Halle am Samstag auf der gleichnamigen Bahn, einem Altersgewichtsrennen am selben Tag auf der Dortmunder Sandbahn und dem Comer Group International 49. Oleander-Rennen am Sonntag in Berlin-Hoppegarten, die natürlich auf den Informationen vor der Starter- und Vorstarterangabe beruht (Stand: 26.10.). Es könnte also sein, dass das ein oder andere Pferd noch gestrichen wird oder zusätzlich ins Rennen kommt.

Halle, Samstag, 31. Oktober, BBAG Auktionsrennen Halle – Abgesagt! Findet am 01. November in Hoppegarten statt.

Flamingo Girl steht heraus

FLAMINGO GIRL aus dem Stall von Henk Grewe sticht für mich in diesem Rennen heraus. Black Type hat die Stute schon, und die Stallform ist exzellent. Ich gebe ihr sehr große Chancen in dieser Prüfung. Die anderen Pferde bringen einige Platzierungen oder auch den ein oder anderen Sieg mit, aber da ist kein Pferd, das sich so richtig aufdrängt. Das bedeutet, dass hinter FLAMINGO GIRL fast alles möglich ist und etliche Pferde für die weiteren Platzierungen hinter der Favoritin in Frage kommen.

Flamingo Girl
Flamingo Girl am 02.08.2020 beim Renntag in Düsseldorf

Hervorheben möchte ich noch SWEET AUTHOR aus dem Stall von Yasmin Almenräder, der keinen Geringeren als Bauyrzhan Murzabayev im Sattel hat. Es ist mehr als beachtlich, dass er in diesem Jahr über 100 Rennen gewonnen hat, wenn man noch bedenkt, dass die Saison noch längst nicht zu Ende ist und wir auch noch die zwei Monate lange Corona-Pause hatten. Er agiert unverändert in Überform. Das ist bemerkenswert. Aber es geht einem in allen Lebenslagen so, dass wenn der Erfolg da ist, einem mit dem zusätzlichen Selbstvertrauen auch alles gelingt. In jedem Falle stellt er sich auch glänzend auf die einzelnen Pferde ein.

Dortmund, Samstag, 31. Oktober, 1.800 Meter-Rennen für auf Sand sieglose Pferde:

Sandbahn-Saison: Vorfreude und Verbesserungsvorschläge

In den letzten Jahren hatten wir viel Erfolg auf der Sandbahn. Ich denke da zum einen an die vielen Erfolge des treuen Ignaz, der diesen Untergrund geliebt hat, jetzt allerdings in Rente gegangen ist. Oder an Kitaneso, der in meinen Augen eines der besten Sandbahn-Pferde in Deutschland ist. Mit einem GAG von fast 80 Kilo ist er schwer zu platzieren, da die Ausschreibungen in dieser Sand-Saison sehr auf die kurzen Distanzen und die Miele zugeschnitten sind, oder nur den unteren handicap-Bereich ansprechen.

Kitaneso siegt unter Tommaso Scardino
Kitaneso siegt unter Tommaso Scardino am 24.10.2020 in Mannheim

Kein tolles Zeichen ist, dass man in den vergangenen beiden Jahren keinen Ausgleich II auf die Beine stellen konnte. Der letzte war vor drei Jahren, als unser Kitaneso gewann. Ich denke, da sollte von Veranstalter-Seite etwas getan werden, um die Qualität im Winter wieder zu steigern. Ich sehe nicht, dass Verkaufsrennen die Lösung sind, lieber würde ich in einem ordentlichen Altersgewichtsrennen mit einem besseren Pferd antreten. Wir sprechen ja hier nicht von Einsatzsummen von 12.000 oder 14.000 Euro wie in Frankreich. Man möchte ja nicht unbedingt ein besseres Pferd für 3.000 Euro verlieren. Ein Ausgleich II oder Altersgewichtsrennen für bessere Pferde halte ich für wünschenswert. Von Ausgleichen I oder dem Sandbahn Grand Prix möchte ich nicht sprechen, das ist inzwischen nur etwas für die Geschichtsbücher. Man sollte jedem die Chance geben, sein Pferd laufen zu lassen. Bei aller Kritik bin ich aber sehr dankbar, dass es überhaupt die Rennen auf Sand bei uns gibt und freue mich auf die Winter-Saison.

„Damavand arbeitet bombig“

Damavand siegt unter Mikki Cadeddu
Damavand siegt unter Mikki Cadeddu am 28.04.2019 in Krefeld

Doch jetzt zu einen Rennen am Samstag, das ich sehr interessant finde. Hier laufen auf Sand sieglose Pferde über 1.800 Meter. Unser DAMAVAND arbeitet bombig und ist ein richtig gutes Pferd. Allerdings steht er in Deutschland und Frankreich bei einer hohen Handicap-Marke und ist schwer einzusetzen. Die Aufgabe sieht machbar aus, allerdings trifft er auf zwei starke Konkurrenten.

Da wäre zum einen Degas, ein früherer Gruppesieger, und Karisoke, der in guten Handicaps nach vorne gelaufen ist. Sein Trainer Lucien van der Meulen agiert auf der Sandbahn meistens auch sehr erfolgreich. Ich denke, dass Degas, KARISOKE und DAMAVAND im Endkampf und damit in der Dreierwette sein werden.

Berlin-Hoppegarten, Sonntag, 1. November, Comer Group International 49. Oleander-Rennen (Gruppe II):

Quian der klare Favorit

Quian siegt unter Lukas Delozier im RaceBets - 136. Deutsches St. Leger, Gr.3
Quian siegt unter Lukas Delozier im RaceBets – 136. Deutsches St. Leger, Gr.3 am 20.09.2020 in Dortmund

Das wichtigste Rennen in dieser Woche ist das Oleander-Rennen am Sonntag in Berlin-Hoppegarten über weite 3.200 Meter. Für mich ist QUIAN der klare Favorit. Er hat eine beachtliche Steigerung hingelegt, vom Ausgleich III-Sieger zum Listen- und Gruppe-Gewinner. Es ging bei ihm stetig aufwärts. Zuletzt hat er das St. Leger in Dortmund gewonnen. Peter Schiergen hat mit ihm tolle Arbeit geleistet, wie er überhaupt wieder ein sehr schönes Jahr hinlegt und gezeigt hat, dass er nicht das Geringste verlernt hat. Und Jockey Bauyrzhan Murzabayev ist ein weiteres Plus.

Als Gegner sehe ich nur WINDSTOSS, vielleicht kann er QUIAN ein wenig herausfordern, wenn er seine Bestform abruft. APADANAH hatte früher im Jahr gute Form zur Hand, aber danach ging es nicht mehr so richtig weiter. QUIAN ist für mich der logische Sieger vor WINDSTOSS. Mit den Pferden aus dem Ausland kann man derzeit kaum planen. Da muss man abwarten, wer auch wirklich starten kann.“

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