„FRAGT UNSERE BOTSCHAFTER“ – DIE ANTWORTEN

„FRAGT UNSERE BOTSCHAFTER

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Inhaltsverzeichnis:

Sibylle VogtWeiterlese
Maxim PecheurWeiterlese
Christian von der Recke Weiterlese
Marco KleinWeiterlese

Sibylle Vogt

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„Ask our ambassador“, fragen Sie unsere RaceBets-Botschafter – das ist das Motto in dieser Woche. Sie könnten uns Ihre Fragen schicken, was auch immer Sie von den Ambassadors wissen möchten, wir haben es aufgenommen.

Sibylle Vogt, Deutschlands beste Rennreiterin, beantwortet im Folgenden Ihre Fragen:


„Der Druck ist nicht so groß“

1: Wie kommt man damit zurecht, der zweite Jockey in einem Stall zu sein? Wenn man der erste Jockey in einem Stall ist, hat man eine Chance auf bessere Ritte.

Sibylle Vogt: Eigentlich kann man wenig falsch machen, wenn man den zweiten Ruf an einem Stall hat. Denn oft wählt ja der erste Jockey die Pferde aus. Und man hat bei Novemba ja gesehen, dass auch der Stalljockey mal falsch liegen kann mit seiner Wahl. Bauyrzhan Murzabayev hatte sich damals den Ritt aus Wismar ausgesucht.

Der Druck ist auch nicht so groß, wenn man den zweiten Ruf hat. Aber viele Jockeys haben ja nicht nur einen zweiten, sondern zugleich auch einen ersten Ruf an einem anderen Stall. Das gilt auch für mich und das Quartier von Carmen Bocskai. So etwas gleicht sich meistens aus. Ich war auch ein paarmal schon vor Bauyrzhan. Man muss halt bedenken, dass gute Pferde meistens in der Arbeit keinen Meter gehen und erst im Rennen ihr Können zeigen.


„Novemba hat auf meine Stimme reagiert“

Novemba siegt unter Sibylle Vogt in der Wempe 101. German 1000 Guineas - Gr.2
Novemba siegt unter Sibylle Vogt in der Wempe 101. German 1000 Guineas – Gr.2 am 30.05.2021 in Düsseldorf

2: Sprechen Sie während des Rennens mit Ihrem Pferd? Haben Sie beim klassischen Sieg mit Novemba gesprochen?

Sibylle Vogt: Mit Novemba habe ich damals in den 1.000 Guineas gesprochen. Die Stute hat auf meine Stimme reagiert. Ich habe sie damit beruhigt. Natürlich erzähle ich im Rennen keine Geschichte, sondern es geht wirklich eher um das Beruhigen. Manche pfeifen auch, aber das kann ich nicht gut. Normalerweise spreche ich im Rennen nicht, in keinem Fall schreie ich wie andere „lauf, lauf“, das ist nicht mein Fall.

Mit den Jockey-Kollegen redet man im Rennen aber, speziell, wenn es eng wird. Ich habe ja keinen Rückspiegel und gebe ein Zeichen, dass ich da bin. Man macht kurz auf sich aufmerksam, da es ja einen toten Winkel gibt.

Als in Baden-Baden das Rennen mit dem Fehlstart war, haben Bauyrzhan und ich gesprochen, was wir machen sollten, aber da keine Sirene zu hören war, wusste niemand, was zu tun war. Wenn man unter Kollegen im Einlauf redet, kann es sein, dass sich die Rennleitung nachher meldet und fragt, worüber man sich unterhalten hat, um Absprachen zu verhindern.


3: Haben Sie im Moment ein Lieblingspferd? Wie gehen Sie damit um, wenn jemand anderes Ihr geliebtes Pferd reitet?

Sibylle Vogt: Ein Lieblingspferd habe ich eigentlich nicht. Sehr ans Herz gewachsen ist mir allerdings Novemba. Ich verstehe mich super mit der Stute, sie ist sensibel. Wir sehen uns zwar nicht jeden Tag, und ich reite sie auch nicht regelmäßig, aber eine Verbindung zwischen uns ist da. Ich bin insgesamt schon zu lange im Sport, um zu wissen, dass zu große Emotionen nicht gut sind.


Faible für Hindernisrennen

4: Würden Sie gerne ein Hindernisrennen reiten?

Sibylle Vogt: Ja, ich hatte immer gesagt, dass ich Hindernisrennen reiten würde, wenn ich eines Tages zu schwer werden würde. Aber wegen der Verletzungsgefahr darf ich es nicht. Carmen sagte mir, ich sollte mir keine Narben für nichts holen.


5: Haben Sie einen Fanclub?

Sibylle Vogt: Ich glaube, dass ich keinen Fanclub habe. Und meine Familie kommt auch sehr selten auf die Rennbahn. Als ich noch in der Schweiz war, war meine Mutter nur zweimal dabei. Da habe ich nichts gewonnen, und aus Aberglauben schaut sie die Rennen daher lieber von zu Hause an. Meine Oma verfolgt den Livestream ebenfalls sehr intensiv und ist in dieser Zeit nicht ansprechbar.


6: Sie kennen die Bahnen in Köln und Iffezheim als Trainingszentren gut. Was sind jeweils die Vor- und Nachteile?

Sibylle Vogt: Köln ist natürlich das Zentrum in Deutschland. Hier sind die besten Pferde beheimatet und die großen Trainer aktiv. Es ist sehr schwer zu vergleichen, wo man besser trainieren kann. Die Trainingsbahn in Iffezheim wurde in diesem Jahr neu gemacht und ist wirklich sehr gut. Wir können immer arbeiten, egal ob es regnet, es steht nie Wasser auf der Bahn. Der Vorteil von Iffezheim ist, dass man schnell in Frankreich oder Mailand ist. Nach Berlin ist es allerdings sehr weit. Insgesamt glaube ich, dass die neue Trainingsbahn in Iffezheim für die Pferde etwas angenehmer ist.

Die heutigen Rennen bei RaceBets


Maxim Pecheur

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RaceBets Botschafter Maxim Pecheur beantwortet in diesem Artikel eine Reihe von Fragen, die ihm von den Lesern des RaceBets Blogs gestellt worden sind. Alle unsere Ambassadors haben unterschiedliche Fragen gestellt bekommen, diese waren speziell für unseren Jockey gedacht. .


Über die französischen Wurzeln

Die erste Frage an Maxim Pecheur bezieht sich auf seinen Namen und sie lautet: Haben Sie familiäre Verbindungen nach Frankreich oder ist der Name ein Zufall?

Maxim Pecheur: „Mein Vater ist Franzose. Er kommt aus der Gegend um Metz. Meine Mutter stammt aus Pforzheim, es gibt jeweils eine gewisse Nähe zu Baden-Baden. Tatsächlich bedeutet Pecheur auf Deutsch Fischer, ist aber überhaupt nicht weit verbreitet in Frankreich, also nicht so wie Fischer in Deutschland. Eigentlich gibt es ihn nur in der Region aus der mein Vater stammt. Vielleicht hat sich ja ein Fischer bei einem Umzug nach Frankreich einfach umbenannt vor vielen Generationen, das vermuten wir jedenfalls. Meine Eltern leben in Saarbrücken, also nahe der französischen Grenze, wie ich schon einmal in einem anderen Artikel berichtet habe.“


Gespräche mit Pferden

Als nächstes wurde Maxim Pecheur gefragt, ob er während des Rennens mit den Pferden spricht.

Maxim Pecheur: „Ich halte natürlich keine Reden, aber um beruhigend einzuwirken, sage man schon mal was. Aber das macht jeder Jockey anders. Es kommt auf die Tonlage an, man muss positiv sein. Wenn man vom Führring auf die Bahn geht, versucht man das Pferd an sich zu gewöhnen und spricht dann auch ein bisschen mit ihm. Die Sprache ist also ein Instrument.“


Lieblingspferd

Maxim Pecheur mit Derbysieger Windstoß
Maxim Pecheur mit Derbysieger Windstoß

Gefragt wurde unser Botschafter, ob er ein Lieblingspferd hat und wie er damit umgeht, wenn es von einem anderen Reiter geritten wird.

Maxim Pecheur: „Man hat immer mal Lieblingspferde, die man über Jahre immer wieder reitet, bei mir sind es meist Zweijährige. Es sind nicht immer die besten, so eine Verbindung ist oft nicht zu erklären. Es ist einfach Sympathie, die Chemie muss stimmen. Es kommt auch schon mal vor, dass man ein gutes Pferd nicht so sehr mag. Ich mochte sehr früh Windstoß, meinen Derbysieger, genau genommen bereits seit er Jährling war. Ich hatte auch mit Weltstar eine sehr gute Verbindung. Und aktuell ist es die zwei Jahre alte Stute Wagnis. Mit ihr gewann ich direkt beim Debüt während der Großen Woche, hatte sie bereits in diesem Blog angepriesen.

Mein Trainer Markus Klug teilt mir eigentlich an jedem Tag die gleichen Pferde zu, nur bei der Abschlussarbeit reitet dann mal ein anderer Reiter. Damit lernt man umzugehen. Wenn es um Rennen geht, muss man es akzeptieren. Da zukünftig Andrasch Starke bei uns am Stall der Stalljockey sein wird, muss sich wieder mehr damit leben, dass ich meine bevorzugten Pferde nicht immer reiten kann.“


Über Hindernisse reiten

Würden Sie Hindernisrennen reiten? lautete eine weitere Frage an Maxim Pecheur.

Maxim Pecheur: „Nein, das würde ich nicht. Ich habe es schon mal in einem anderen Blog Artikel geschrieben, aber während meiner Lehre bei Christian von der Recke habe ich mal eine Runde über Hürden geritten und wusste danach, dass das nichts für mich ist. Die Sprünge und ich, wir passen nicht zusammen. Aber ich mag Hindernisrennen, sehe sie gerne an. Natürlich müssen die Pferde bestens geschult sein und es muss ein Programm an Rennen geben, das einen Aufbau und das Sammeln von Routine gewährleistet.“


Ein Maxim Pecheur Fan Club darf gerne gegründet werden

Die letzte Frage an Maxim Pecheur von unseren Lesern lautete: Gibt es einen Fanclub?

Maxim Pecheur: „Das ist eine witzige Frage. Nein, ich habe keinen Fan Club. Naja, vielleicht einen inoffiziellen: meine Frau und meine Familie drücken mir hoffentlich die Daumen. Nach Erfolgen bekomme ich auch sehr viele Nachrichten über Social Media. Ob man das wirklich Fan Club nennen kann, weiß ich nicht. Wer auch immer diese Frage gestellt hat, darf aber gerne einen offiziellen Maxim Pecheur Fan Club gründen, ich unterstütze das gerne. Ich bin bereit alles zu machen, was Aufmerksamkeit auf unseren Sport lenkt.“

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Christian von der Recke

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Wir haben die Leser des RaceBets Blogs vor einiger Zeit gebeten uns zu schreiben, wenn sie etwas von unseren RaceBets Botschaftern wissen wollen. In diesem Artikel beantwortet Christian von der Recke Fragen, die konkret ihm gestellt worden sind.


Über die richtige Distanz

Ein Leser fragte Christian von der Recke, wie er die richtige Distanz für ein Pferd herausfindet, wenn die Eltern keine klaren Indikatoren sind. Genannt wurde das Beispiel: der Vater ist Sprinter, die Mutter eine Steherin.

Christian von der Recke: „Ich sage immer, dass ich das Pedigree gar nicht kenne. Letztlich gilt doch das Prinzip: jedes Pferd fängt ganz unten an, also sieglos. Man trainiert als Trainer das Individuum. Ich hatte mal ein Pferd namens Lucafabian im Stall, der war von Big Shuffle. Demnach wäre er auf kürzeren Wegen Zuhause gewesen. Ich hatte aber früh den Eindruck, dass es für ihn gar nicht weit genug sein konnte. Wir begannen zweijährig bereits auf 1850 Metern, in Prag lief er ein Jahr später im Derby auf den zweiten Platz.

Christian von der Recke mit Tirana siegt unter Lukas Delozier
Christian von der Recke mit Tirana siegt unter Lukas Delozier

Das Pedigree ist also eine Richtung, aber man darf sich nicht festbeißen. Ich trainiere das Pferd wie es ist. Ein aktuelles Beispiel ist Tirana, die kürzlich für mich gewann. Ihr Vater Nutan lief zweijährig nicht einmal, aber Schlüsse kann man daraus nicht ziehen, wie man sah. Konkret bei Geschwistern sind Charakter und Klasse so oft unterschiedlich, ich kann nicht alle gleich trainieren, das würde nicht zum Erfolg führen.“


Imponierende Hindernispferde

Eine zweite Frage lautete: Welches Hindernispferd aus alter Zeit hat am meisten beeindruckt: Toronja, Romping To Work, Ottilie oder Registano?

Christian von der Recke: „Das waren alles tolle Hindernispferde, aber ich hatte am meisten mit Registano zu tun. Leider als Gegner. Er hat alles mit Speed gemacht. Als er noch im Osten trainiert wurde, fand man kaum Reiter wegen seines Tempos. Er war extrem stark. Als der dann sprang, brauchte sein Reiter viel Mut, weil er wirklich weit sprang. Aber das war ein Ausnahmepferd. Es war auch meine gute Zeit, aber gegen ihn hatten wir zu seiner Glanzzeit keinen Stich.

Toronja, Romping To Work und Ottilie verkörperten auch sehr gute Klasse, aber wenn ich mich entscheiden muss, dann für Registano. Und das, obwohl ich Dank ihm viele große Hindernisrennen nicht gewonnen habe. Aber die Leistung erkenne ich an, das war ein tolles Pferd.“


Was hat sich für einen Trainer geändert?

Die dritte Frage für Christian von der Recke lautete: Sie sind ein erfahrener Trainer, was ist heutzutage anders als bei Hein Bollow. Sven von Mitzlaff oder Heinz Jentzsch?

Christian von der Recke: „Die einfache Antwort lautet: E-Mail und Handy. Davor wurden diese drei verschont. Heute muss man schon ein Fazit ziehen und die Besitzer informieren, wenn die Pferde auf der Zielgeraden sind. Die Zeit ist schnelllebig. Damals setzte man sich am Montag hin und analysierte alles in Ruhe.“


Hindernisrennen: Wie kann es aufwärts gehen?

Hindernisrennen in Honzrath
Hindernisrennen in Honzrath

Die vierte und letzte Frage, die unserem RaceBets Botschafter gestellt worden ist, lautete wie folgt: Was sind Ihrer Meinung nach effektive Lösungen, damit es im deutschen Hindernissport wieder aufwärts geht?

Christian von der Recke: „Die effektivste Lösung ist die, dass es wieder mehr Hindernisrennen gibt. Sie müssen also ausgeschrieben werden, ein Aufbau muss möglich sein und die Dotierungen müssen sich lohnen. Dann kommt der Rest von selbst. In Deutschland hat man den Hindernissport ja leider selbst abgeschafft und ausgehungert. Es gab weniger Rennen, also lohnte es sich weniger Pferde einzuspringen. Honzrath, Quakenbrück, Bad Harzburg, das ist alles schön und gut. Aber früher gab es das Alte Badener Jagdrennen. Die Leute verließen nach dem Großen Preis von Baden nicht die Bahn, sie blieben bis nach dem Hindernisrennen. Die großen Rennen auf der Neuen Bult in Hannover fanden alle zum Ende einer Veranstaltung hin statt, damit die Leute länger blieben. In Hamburg gab es große Rennen, in Bremen. Auch in Köln und Düsseldorf.

Ich gewann mal das Westdeutsche Haupthürdenrennen mit Telasco, der zwei Wochen zuvor in einem Gruppe 3-Rennen lief. Das war sportlich wirklich etwas wert, es liefen Vollbomber. Schaut man nach England, Frankreich oder Irland, sieht man ein unfassbar hohes Niveau, dort ist das Volkssport: Willie Mullins gewinnt mehr Preisgeld als Aidan O’Brien. In Frankreich ist das bei Guillaume Macaire und Andre Fabre nicht anders. Mit einem Fiepes Shuffle, der noch immer den Bahnrekord über 1200 Meter in Hoppegarten hält, konnte man dann über die Sprünge in England mitmischen. Heutzutage werden in Deutschland die Pferde nicht mehr eingesprungen, die ähnliches leisten könnten.“

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Marco Klein

Marco Klein
Marco Klein

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Marco Klein, Top-Trainer in Mannheim, beantwortet im Folgenden Ihre Fragen:


1: Wie findet ein Trainer die passende Distanz für ein Pferd, wenn die Abstammung keine klaren Hinweise gibt, zum Beispiel wenn der Vater ein Sprinter und die Mutter ein Steher war?

Marco Klein: Es kommt sehr auf die Trainingseindrücke an, die ein Pferd morgens zeigt. Man muss immer schauen, welche Pferde man zusammenarbeiten lässt. Meistens verrät das Pferd schon eine grobe Richtung.  Zum Beispiel, braucht es lange, bis es auf die Beine kommt oder ist es sehr eifrig. Dann probiert man es auf einer langen bzw. auf einer kurzen Distanz.

Sollten sich aufgrund der Trainingsleistungen keine genauen Erkenntnisse ergeben, versucht man es auf einer neutralen Distanz wie 1.900 Meter. Durch die Rennen kann man dann erkennen, wohin die weitere Reise geht. Wenn es die Abstammung nicht hergibt, ist allein die Trainingsleistung dafür maßgebend.


2: Ihr Stall befindet sich in der Nähe der Grenze. Warum haben Sie nicht viele Starter in Frankreich? Wäre das nicht lukrativer als in Deutschland?

Marco Klein: Finanziell ist Frankreich definitiv lukrativer. Ich habe auch genügend Pferde, die es hergeben würden, in Frankreich anzutreten. Bis zu diesem Jahr waren etliche Besitzer bei mir der Meinung, dass wir die deutschen Bahnen mehr unterstützen müssen. Oft finden die Rennen in Frankreich unter der Woche statt, was es für manche Eigner schwer möglich macht, live dabei zu sein.  Die Rennen dort sind oft besser und ruhiger gelaufen.

Nun haben wir mit den Besitzern abgesprochen, dass wir im nächsten Jahr deutlich mehr nach Frankreich gehen werden. Corona ist zwar noch ein Stück weit da, aber die Rennen finden statt. Bei uns in Deutschland hat sich an den Dotierungen nichts Wesentliches geändert. Wir haben lange den Rennvereinen hier die Stange gehalten, aber von einigen kommt nicht genug zurück. Nur wenige haben die Preisgelder wieder angehoben. Natürlich ist es schwer, Sponsoren zu finden, das ist mir schon klar. Daher orientieren wir uns 2022 stärker nach Frankreich.


Hohes Tempo und Kurvensicherheit

Volle Ränge auf der Waldrennbahn
Volle Ränge auf der Waldrennbahn in Mannheim

3: Sie sind vor allem auf Ihrer Heimatbahn Mannheim sehr erfolgreich. Welche Pferde brauchen Sie, um auf dieser speziellen Bahn zu gewinnen? Woran erkennen Sie, ob ein Pferd auf die Bahn passt, wenn Sie es trainieren?

Marco Klein: In Mannheim sollte man entweder ein Pferd haben, das gewillt ist, ein hohes Tempo und von vorne zu gehen, egal auf welcher Distanz. Oder es braucht einen hohen Endspeed und Kurvensicherheit. Denn der Endkampf beginnt schon in der Gegenseite.

Ein Pferd muss hier einen unruhigen Rennverlauf wegstecken können, sonst wird es eher schwierig. Aber man bracht auch hier Pferde mit einigem Können. Schön war, dass die Rennen in den letzten Jahren etwas ruhiger gelaufen wurden, da hier sehr viele gute Reiter im Einsatz waren. In diesem Jahr kamen einige Aktive hinzu, die hauptsächlich auf Vollgas im Rennen gesetzt haben.

Zusammengefasst kann man sagen, dass eine gewisse Antrittsschnelligkeit und Eignung für Kurven und die kurze Gerade sehr wichtig sind. Unser Vorteil auf der Heimatbahn ist, dass die Pferde die engen Bögen von der Arbeit kennen, denn sie werden hier trainiert.


4: Welche Pferde sind für Sie im Moment die besten für die Zukunft? Wie unterscheidet sich die Vorbereitung von zweijährigen Pferden von der Ausbildung älterer Pferde?

Marco Klein: Mit den zweijährigen Pferden muss man von Tag zu Tag und von Woche zu Woche entscheiden, je nachdem, wie es im Training vorangeht. Es gilt, auf viele Sachen zu achten, wie Wachstums-bedingte Probleme, ein warmes Bein, damit das Pferd keine Schienbeine bekommt. Wir bauen die Zweijährigen ruhig auf und legen auch Wert auf Ausdauer.

„König Platon ist ein geschontes Pferd“

Bei älteren Pferden und vor allem sehr erfahrenen Kandidaten ist nicht soviel Arbeit erforderlich. Aber wir gehen sehr individuell auf jedes Pferd ein. Ein sehr geschontes Pferd ist sicherlich König Platon. Ich denke, dass er uns in nächster Zeit noch sehr viel Freude machen wird.

Bei den jungen Pferden möchte ich Pacific Sky nennen, ein Protectionist-Sohn, der in diesem Jahr debütieren sollte. Einen Riesensatz hat Faro gemacht. Keine schlechten Formen hat Bavaria Iron gezeigt. Insgesamt glaube ich, dass alle unsere Pferde aktuell im Stall, ihre Form auslaufen werden. Einige hatten zuletzt Pech. Auf Indian Soldier ruhen weiterhin einige Erwartungen.

König Platon siegt unter Adrie de Vries
König Platon siegt unter Adrie de Vries

5: Manchmal wechseln die Besitzer nach schwächeren Leistungen den Trainer. Wie gehen Sie mit einer solchen Situation um? Wie versuchen Sie, die Besitzer von Ihren Fähigkeiten zu überzeugen und wie finden Sie neue Besitzer?

Marco Klein: Man sollte als Trainer nicht viel ändern und sich ein Stück weit treu bleiben. Das erkennen die Besitzer auch an. Wir trainieren hier sehr individuell.  Natürlich ist es sehr bedauerlich, wenn Pferde den Stall verlassen, aber schwächere Leistungen können auch damit zusammenhängen, dass ein Pferd kein großes Leistungsvermögen hat.

Ein Besitzer bestimmt über das Pferd. Ob ein Trainerwechsel zu besseren Leistungen führt, muss man sehen.


Individuelles Training in Mannheim

6: In Mannheim gibt es nur wenige Trainer. Wie unterscheidet sich die Arbeit von großen Trainingszentralen wie Köln oder Mülheim? Könnten Sie sich vorstellen, eines Tages an einem anderen Ort zu arbeiten?

Marco Klein: Die Bahn in Mannheim ist kürzer als auf den großen Bahnen. Grundsätzlich gehen die Pferde hier weitere Distanzen. Auf einer Großbahn werden sie in aller Regel einmal um die Bahn geschickt, bei uns zweimal, das sind dann 2.500 Meter.

Wir haben den Vorteil, dass wir auf jedes Pferd genau eingehen können und auch morgens in der Zeiteinteilung frei sind. Es gibt keinen bestimmten Zeit-Slot, wenn wir auf die Bahn kommen. Grundsätzlich könnte ich mir schon vorstellen, auch den Trainingsstandort eines Tages zu wechseln.

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