Marco Klein: „Bill Shoemaker war der beste Jockey der Welt“

Marco Klein: „Bill Shoemaker war der beste Jockey der Welt“
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Berühmte Jockeys gehören zum Pferderennen seit jeher dazu. Die Messung ihres Erfolgs ist jedoch äußerst subjektiv. Es gibt verschiedene Sichtweisen, wer der „beste“ Pferdejockey überhaupt ist.

Ein Faktor für die Einstufung berühmter Pferdejockeys ist das Preisgeld, das sie einstreichen. Man kann auch die Qualität und Quantität der gewonnenen Pferderennen betrachten. Natürlich ist auch zu berücksichtigen, wie lange eine Karriere dauert oder welche internationalen Erfolge bei Großveranstaltungen erzielt werden und mit welchen berühmten Vollblütern sie eine besondere Verbindung hatten. Es ist immer schwierig, Jockeys aus verschiedenen Epochen und Orten und mit unterschiedlichen Reitstilen zu vergleichen.

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Unser RaceBets-Profi Marco Klein nennt im Folgenden exklusiv auf dem Blog seine Favoriten:

„Ich verfolge auch den internationalen Rennsport sehr genau, und natürlich sind mir da einige Namen aus der Vergangenheit und Gegenwart präsent, die unvergessen bleiben werden, da ihr Können auf der ganzen Welt unbestritten ist. Leicht war es nicht, aber meine fünf Favoriten unter den Sattelkünstlern auf dem Galopper-Globus möchte ich den RaceBets-Kunden nicht vorenthalten.“

1. Bill Shoemaker

Der Amerikaner Bill Shoemaker war in meinen Augen der beste Jockey der Welt, die Nummer eins meiner persönlichen Hitliste, daran gibt es keinerlei Zweifel.  8.883 Siege sprechen für sich, genau wie 123 Millionen an Renngewinnen als Jockey, zu denen 3,7 Millionen später als Trainer kamen.

Wer elf Triple Crown-Gewinner, allerdings nie alle drei in einer Saison, ritt, ist ein Sattelkünstler der ganz besonderen Art, aber Bill Shoemaker, der 2003 mit 72 Jahren starb, hat das geschafft. Auch wenn er nur auf Platz drei der Liste der US-Jockeys mit den meisten Siegern aller Zeiten steht, sehe ich ihn ganz vorne.

Bill Shoemaker
Bill Shoemaker

Bemerkenswert war vor allem sein Schnitt. 21 Prozent der von ihm gerittenen Pferde gewannen ihre Rennen. Also jeder fünfte! Fünfmal war er in den 1950ern auch Champion. Natürlich hat er seinen verdienten Platz in der Hall Of Fame und im National Museum of Racing. Bll Shoemaker war wahrhaftig eine der größten Persönlichkeiten aller Zeiten, die der Rennsport auf der Welt hervorgebracht hat.

2. Lester Piggott

Lester Piggott hat es geschafft, schon zu seinen Lebzeiten eine Legende zu sein. Eine enorme Aura umgibt den Engländer. Zwar ist er wortkarg und in Interviews schwer zu Worten zu bewegen, aber seine Reitkünste, auch in den Farben der Queen von England, sind einzigartig. Noch heute, wenn er mit seinen 85 Jahren eine Rennbahn besucht, wie im vergangenen Jahr in Baden-Baden, als er noch mit Hein Bollow auf dem Treppchen stand, scharen sich alle um ihn.

Lester Piggott war wirklich ein Maestro und ist es bis heute geblieben. Kein Wunder, wenn jemand 4.493 Rennen in seiner Karriere gewonnen hat, darunter 30 Klassiker in England. Auch sein Gefängnisaufenthalt wegen Steuerhinterziehung hat dem Ruhm nicht geschadet. Aber Piggott hatte auch enormen internationalen Erfolg. Seine Art, Rennpferde zu reiten, wurde seither immer wieder imitiert.

Lester Piggott
Lester Piggott, Ascot, 1981

Er hat die besten Flachpferde in Europa gesteuert, darunter auch den Superstar Nijinsky, der mit den 2.000 Guineas, dem Epsom Derby und dem St. Leger in England im Jahr 1970 die Triple Crown holte. Elfmal war er Champion auf der Insel und hat wohl alle möglichen Auszeichnungen in seinem Heimatland bekommen. Eine ist sogar nach ihm benannt, die Lesters. Sogar neunmal gewann er das Epsom Derby, was sonst niemand schaffte. Davor kann man nur den Hut ziehen.

Ich habe mich informiert, dass er auch die Rekorde beim Ascot Gold Cup, den Dewhurst Stakes, dem July Cup und dem Coronation Cup und vielen anderen Rennen der Gruppe I hält.

3. John R. Velasquez

John Velazquez stammt aus Puerto Rico und ist wohl der Jockey, der so viel Geld mit seinen Pferden verdient hat wie kein anderer auf diesem Planeten. Es sollen über 400 Millionen Dollar sein, die seine Ritte eingaloppiert haben. Natürlich spielen die 16 Breders‘  Cup-Siege hier eine ganz besondere Rolle.

John Velazquez
John Velazquez, Churchill Downs 2018

Über 6.000 Rennen hat Velazquez für sich entschieden, ehe mehr als stolze Zahl. In den großen Rennen in den USA geht kaum etwas ohne ihn. Zweimal hat er das Kentucky Derby und die Belmont Stakes gewonnen. Wer so konstant wie er die Preisgeld-Hitparade in Amerika anführt, der ist eine Ausnahme-Erscheinung. Ich erinnere mich an Kitten’s Joy und Scat Daddy, die er zu großen Siegen führte und die später als Vererber einen großen Einfluss auf die Vollblutzucht hatten.

4. Sir Gordon Richards

Sir Gordon Richards wurde sogar von der Queen geadelt. Er gewann nicht weniger als 26 mal das Jockey-Championat in England. Als Aktiver im Rennsport erinnert man sich voller Hochachtung vor seinen Großtaten, die schon ein wenig zurückliegen. Richards gewann fast 5.000 Rennen im Sattel, das ist aller Ehren wert. Sein Tod liegt jetzt 34 Jahre zurück, doch die 14 Klassiker, die er gewann sind noch bestens bekannt.

​Sir Gordon Richards
​Sir Gordon Richards

Der Engländer muss auf jeder Liste berühmter Pferdejockeys stehen. Er hielt lange den Europarekord an Siegen, bevor er von Peter Schiergen überholt wurde. Zwar war Richards bei den Klassikern in England nicht so erfolgreich wie einige der anderen britischen Jockeys, Langlebigkeit und nachhaltiger Erfolg zeichneten ihn besonders aus.

Richards war auch später ein hervorragender Rennpferdetrainer, nachdem er sich vom Reiten zurückgezogen hatte. Wenn ich richtig informiert bin, dann hat sein Sohn Nicky immer noch Rennställe. Den Namen Sir Gordon Richards verbindet man vor allem mit Sun Chariot, einem seltenen Gewinner der englischen Triple Crown für Stuten, und Tudor Minstrel in den 40er-Jahren.

5. Mike Smith

Mike E. Smith ist der Beweis dafür, dass das Alter nicht über den Erfolg eines Jockeys entscheidet. Der 54-jährige Amerikaner gewann über 5.500 Rennen und gewann 26 mal ein Rennen des Breeders‘  Cup, das ist wahrlich eine stolze Zahl. Wenn ich richtig informiert bin, haben die von Mike Smith gerittenen Pferde über 300 Millionen Dollar eingaloppiert.

Mike Smith
Mike Smith, Breeders‘ Cup in Santa Anita Park, 2016

Im Alter von 52 Jahren schaffte er 2018 das Kunststück, mit Justify die Triple Crown zu gewinnen. Das war der Höhepunkt seiner Karriere. Er steht wie kein anderer für riesigen Erfolg beim Breeders‘  Cup. Auch der großartige Arrogate, der einige der besten Rennen der Welt gewann, bildete mit Mike Smith ein Dream Team. Smith stellte auch einen Rekord auf, keiner triumphierte in so vielen Grade I-Rennen in den USA als Jockey wie er, damit übertrumpfte er auch Jerry Bailey.

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