Wenn es dich nicht kümmert, was die anderen tun

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Ahhh, Bad Harzburg. Die wunderschöne Bahn, irgendwo weit weg aus dem Fokus der galopperlichen Öffentlichkeit. Du scherst dich nicht um: Jeden Tag ein Gruppe Rennen, sondern du machst Basissport. Das ist tatsächlich das Schöne an Bad Harzburg.

Andere würden vielleicht sagen, dass es dadurch reizlos wäre, aber sind wir mal ehrlich – wir haben genug Grupperennen und am Ende nützen die dem Pferd auf dem Papier auch nicht zwingend, um nachher als Deckhengst aufgestellt zu werden. Wen interessieren halt schon Gruppe III Sieger? In Deutschland? Aha … 

In Bad Harzburg hat eben auch der Basissport etwas zu tun. Auch wenn sich da mal ein Listenrennen dazwischen mogelt. Noch schöner ist aber, dass da nicht nur der Flachsport zelebriert wird – nein, hier gibt es noch Seejagdrennen. Hindernisrennen. Ihr versteht?

Das, wovon sich alle Rennvereine panisch abkehren, weil ja was passieren könnte (Lustig eigentlich … in den letzten Monaten ist auf der Flachen in Deutschland VIEL zu VIEL passiert … ), das ist in Bad Harzburg noch da. Und mich freut das. Hindernisrennen sind in Deutschland ja eh schon Stiefkinder. Das da noch ein einsamer Rennverein die Fahnen hochhält, freut mich immer besonders.

Sicher, da gibt es auch ein Auktionsrennen oder mal ein Listenrennen, aber die Handicaps sind für die Leute interessanter. Bad Harzburg fährt das Konzept schon eine Weile und jedes Jahr freuen sich die Leute darüber. Es ist eben so, dass die Welt nicht aus Gruppe I Siegern besteht, sondern auch “schlechtere” Rennpferde ihre Rennen brauchen. Dabei ist schlechter nicht richtig. Aber die laufen eben nicht bei der Weltelite mit. Das heißt ja nicht, dass sie nicht dennoch ihre Rennen gewinnen können und Freude an ihrer Arbeit haben.

Und wie häufig kommt es vor, dass ein deutsches Pferd die Weltelite putzt? Seien wir mal realistisch – es gibt auch mehr Besitzer von ganz normalen Rennpferden. Die sollen Spaß am Rennsport haben.

Und genau dafür ist Bad Harzburg. Das ist kein Schickimicki-Meeting, wo jeden Tag die Gruppe-Schlachten geschlagen werden, wo es gilt, sich gegen den englischen Feind zu verteidigen, der uns eins entführen könnte. Wir hüten schließlich eisern unsere Gruppe-Rennen und sind tödlich beleidigt, wenn die Ausländer kommen und sie uns wegnehmen. 

Nein, Bad Harzburg macht es nicht so wie andere Meetings. Sondern bietet dem Basissport einen Hort, wo einfach Pferderennen stattfinden. Gerade dem Laien, der das erste Mal auf der Bahn ist, ist das nämlich ganz egal. Klar, ein bisschen Tamtam ist schön. Aber es ist nicht die Norm, sondern die täglichen Ausgleich-Rennen, die wir auf deutschen Bahnen zu sehen bekommen. 

Ich warte jetzt dann mal auf Runde 2 des Seejagdrennens. Ich mag ja Hindernissport. Und kann gefühlt an einer Hand abzählen, wie häufig es was für die deutschen Steepler gibt. Dementsprechend macht es einfach Spaß, auch mal Bad Harzburg einzuschalten. Zudem ist das Preisgeld dort nicht von schlechten Eltern. Da muss ein Basispferd viele Rennen für laufen, um so ein Superhandicap reinzubekommen.

Aber auch andere kleine tolle Momente finden sich da. Besitzertrainer, die seit 14 Jahren nicht mehr aktiv waren, schnappen sich dort Siege. Reiter, die sieben Jahre nicht mehr aktiv waren, können sich mal eben drei Siege schnappen. Das sind auch Geschichten, die der deutsche Turf braucht. Nicht immer nur Derbys oder Gruppe-Siege. 

Deswegen muss man einfach sagen: Danke, Bad Harzburg, dass ihr es anders macht.

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