Marco Klein: „Elle Memory kennt die Bahn in Düsseldorf“

Marco Klein: Henkel – Preis der Diana
RaceBets Statt Weihnachtskarten

Der Henkel – Preis der Diana (Gruppe I, 2.200 m) gilt als das Ereignis für dreijährige Stuten im deutschen Turf-Kalender. 500.000 Euro werden im auch gerne als Stutenderby bezeichneten Event in Düsseldorf am Sonntag, 2. August 2020, ausgeschüttet. Neben dem riesigen Geld wartet aber auch jede Menge „Zucht-Kapital“, denn er sich hier profiliert, der hat ungleich bessere „Papiere“ für eine zweite Karriere im Gestüt. Natürlich erwarten die Turffans dieses Highlight voller Hochspannung, denn nur im Alter von drei Jahren kann eine Stute diesen Klassiker für sich entscheiden. Und gerade auf dem wendigen Kurs auf dem Grafenberg der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt hängt vieles vom Rennverlauf und der Startnummer ab, damit sich der Traum vom Sieg auch realisieren lässt.

Direkt zum Preis der Diana

Zwar hatte unser RaceBets-Ambassador, der Mannheimer Trainer Marco Klein, bisher noch keine Starter in diesem Klassiker und wird auch diesmal nicht mit einer dreijährigen Lady hier vertreten sein, doch verfolgt er dieses Highlight schon lange mit Argusaugen. Hier seine Erinnerungen und Ausblick auf den Henkel – Preis der Diana.

Marco Klein
Marco Klein

Bisher nur Zuschauer

„Bislang hatte ich in meiner Karriere noch keine Starterin im Henkel – Preis der Diana und war lediglich Zuschauer dieser großartigen Rennveranstaltung rund um den Klassiker. Auch in diesem Jahr klappt es noch nicht mit einer Stute für das Großereignis, bei dem ich natürlich gerne einmal auch unmittelbar beteiligt sein möchte. Ich denke, dass jeder Trainer im Derby und in der Diana gerne dabei sein will, wenn es sich realisieren lässt.

Genannt, aber nicht gelaufen

Ich hatte mal eine Nennung für unsere Lady Margaret für den Preis der Diana abgegeben, aber es hat sich dann doch herauskristallisiert, dass sie ein deutlich späteres Pferd war als ursprünglich gedacht. Pferde machen oft innerhalb kürzester Zeit Sprünge in der Entwicklung oder auch umgekehrt geht es nicht so schnell wie gedacht. Das muss man alles einkalkulieren, die Vierbeiner stellen im Mittelpunkt aller Überlegungen. Ihrer Entwicklung ist stets Sorge zu tragen.



Hoffnungsträgerin für Diana 2021?

Aber vielleicht ändert es sich ja und wir haben 2021 eine Diana-Kandidatin. Gabriele Gauls Elle Aigle stammt von Adlerflug, der bekanntlich der Vater des aktuellen Derby-Siegers In Swoop und des Zweitplatzierten Torquator Tasso ist, und ist eine Halbschwester von Eric, der Gruppesieger war, und von Erica, die sich in einem Gruppe-Rennen platzierte. Da stimmt also alles. Sie hat sich im Training bereits von sehr guter Seite gezeigt, ist gerade noch etwas gewachsen, weshalb wir wieder etwas langsamer machen in der Arbeit. Auf Gras hat sich die Stute schon sehr gute Leistungen gezeigt, sie besitzt auch sehr viel Biss und setzt sich richtig ein. Sollte ich sie in diesem Jahr schon an den Start kommen können, dann bekommt sie vielleicht eine Nennung für den Preis der Diana im nächsten Jahr.

„Schaue mir alle Grupperennen an“

Diamanta siegt unter Maxim Pecheur im 161. Henkel-Preis der Diana, Gr.1
Diamanta siegt unter Maxim Pecheur im 161. Henkel-Preis der Diana, Gr.1

Natürlich habe ich mir die Diana in den letzten Jahren auch ohne eine Starterin immer angeschaut. Ich sehe mir alle Grupperennen in Deutschland an. 2019 gewann ziemlich überraschend die von Markus Klug trainierte Brümmerhoferin Diamanta, die eine große Außenseiterin war und Maxim Pecheur den ersten Diana-Sieg bescherte. Für ihn hat es mich sehr gefreut. Ich hatte damals an einige andere Kandidatinnen gedacht, vor allem an Durance, die spätere Drittplatzierte, aber weniger an Diamanta. Aber das ist ja gerade das Schöne an den großen Rennen, dass sehr oft etwas anderes herauskommt und nicht die Favoriten vorne sind.

Direkt zum Preis der Diana

Beeindruckt von Well Timed

2018 siegte die Ullmann-Stute Well Timed aus dem Stall von Jean-Pierre Carvalho. Filip Minarik hat sie damals sehr gut und mit viel Vertrauen geritten. Das hat bestens zusammengepasst. Sie war eine tolle Siegerin, die ich vorne erwartet hatte. Schade ist, dass in den vergangenen beiden Jahren die Starterzahl mit elf bzw. 13 Kandidatinnen etwas geringer war und nicht an die gewohnten 16 Pferde herankam.

Vorteil der Bahnkenntnis

In Düsseldorf ist es von großer Bedeutung, dass ein Pferd mit der Bahn zurechtkommt. Die Partie ist in diesem Jahr ziemlich offen, aber daher traue ich der von Peter Schiergen für das Gestüt Wittekindshof vorbereiteten Elle Memory einiges zu. Sie hat hier ein Listenrennen über 2.100 Meter gewonnen. Es ging damals über eine Distanz von 2.100 Metern, was der Diana-Strecke von 2.200 Metern ja sehr nahe kommt.

Elle Memory siegt unter Lukas Delozier im BMW Preis Düsseldorf, L.
Elle Memory siegt unter Lukas Delozier im BMW Preis Düsseldorf, L.

Der internationale Vergleich fehlt

In den vergangenen Wochen war es für die deutsche Zucht sicherlich gut, dass keine Stuten aus dem Ausland in den Vorbereitungsrennen für die Diana liefen, aber daher fehlt leider der Vergleich, was die Gruppe- oder Listenrennen wert waren. Es macht es schwieriger zum Einschätzen. Vielleicht sind dadurch einige Siege oder Platzierungen verfälscht, da es sie vielleicht nicht gegeben hätte, wenn ausländische Stuten angetreten wären. Ich halte den internationalen Vergleich für sehr wichtig.

Moon A Lisa mit dem Graffard-Doppel?

Eine interessante Kandidatin für mich ist die in Frankreich von Francis-Henri Graffard trainierte Görlsdorferin Moon A Lisa. Sie war als Zweite in einem Listenrennen in ParisLongchamp nur ganz knapp geschlagen. Das macht sie gefährlich. Gut möglich, dass nach In Swoop im Derby auch dieser Klassiker nach Frankreich geht. Im Allgemeinen halte ich es aber für positiv, wenn deutsche Besitzer auch die deutschen Trainer unterstützen, das gilt übrigens auch für die deutschen Jockeys. Bisher sind mit Anthony Crastus und Jack Mitchell bereits wieder zwei Stuten in der Diana mit ausländischen Jockeys angegeben. Ich denke, unsere Reiter brauchen sich nicht zu verstecken, zumal sie auch in der Morgenarbeit alles geben.

2005 gewann In Swoops Mutter

Iota siegt unter Terence Hellier im pferdewetten.de Deutsches Stuten-Derby- 147. Preis der Diana
Iota siegt unter Terence Hellier im pferdewetten.de Deutsches Stuten-Derby- 147. Preis der Diana

Bei einem Blick in die Siegerliste des Preis der Diana ist mir im Übrigen noch eine Stute ganz besonders ins Auge gestochen, die etwas Entscheidendes mit In Swoop zu tun hat. 2005 gewann mit der Schlenderhanerin Iota die Mutter des aktuellen Derbysiegers den Klassiker. Im Übrigen war die Diana damals in Hamburg, nachdem sie bis 2003 in Mülheim eine langjährige Heimat hatte. Im Sattel von Iota saß Terry Hellier. Sein Reitstil hat sehr gut zu Iota und vielen anderen Pferden gepasst. Das hat mir immer sehr gut gefallen. Heutzutage reitet er in der Arbeit bei Peter Schiergen in Köln. Wenn man solch einen ehemaligen Klassejockey im Training mit seinem fachkundigen Urteil über ein Pferd zur Verfügung hat, dann ist das sicherlich eine tolle Sache.“

Jetzt zu RaceBets

Marco Klein: „Elle Memory kennt die Bahn in Düsseldorf“
5 (100%) 2 Stimme[n]
RaceBets Statt Weihnachtskarten