Sibylle Vogt: "Deutschlands Top-Rennreiterin auf der Überholspur"

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Am 23. März feiert sie ihren 25. Geburtstag. 58 ihrer bisher 155 Siege (Stand: 05.03.2021) stammen allein aus dem vergangenen Jahr: Sibylle Vogt avancierte innerhalb kürzester Zeit zu unserer Rennreiterin Nummer eins. Ab sofort bereichert sie das Team der „RaceBets-Botschafter“ und wird regelmäßig einmal pro Woche Auskunft zu den verschiedensten Themen des Galopprennsports geben. Im Folgenden wollen wir als Einführung Sibylle Vogt genauer vorstellen.

Tägliches Pendeln auf der Autobahn

Sie ist Schweizerin, aber ihre Heimat ist der Südwesten Deutschlands geworden. Am Stall von Carmen Bocskai in Iffezheim geht Sibylle Vogt ihrer täglichen Arbeit nach und steuert von dort aus auch die verschiedensten Bahnen im Nachbarland Frankreich sowie natürlich bei uns an. Das tägliche Pendeln zwischen dem badischen Renndorf und dem Ort Furpach, wo sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Sven Schleppi zu Hause ist, ist mit den vielen Stunden auf den Autobahnen und Landstraßen zum täglichen Alltag geworden.

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Welan und Sibylle Vogt
Welan und Sibylle Vogt, 07.03.2021, Dortmund, Foto: Nolting

Karriere-Booster Asterblüte-Stall

Doch 2021 ist etwas neu im Leben von Sibylle Vogt, die auch als „Sportliches Ehrenmitglied“ des Rennclubs Saarbrücken firmiert – sie hat ihren zweiten Ruf an den Stall von Peter Schiergen in Köln vergeben. Die Berufung an das Asterblüte-Quartier, für das sie als „Nummer zwei“ hinter dem neuen Stalljockey Bauyrzhan Murzabayev sicherlich in etlichen großen Rennen zum Einsatz kommen wird,  bedeutet einen weiteren Karrieresprung.

Derby-Premiere 2017 & Saudi-Abenteuer

Dabei sorgte Sibylle Vogt schon 2017 für Schlagzeilen, als sie zum ersten Mal einen Ritt im Deutschen Derby erhielt, wenn auch die große Ausbeute noch ausblieb. Ihre ganz große Stunde schlug 2020 bei der International Jockeys‘ Challenge in Riad/Saudi-Arabien, als sie nach der Kobalt-bedingten Disqualifikation des amerikanischen Starjockeys Mike Smith den Titel in diesem erstmals ausgetragenen Wettbewerb gegen die Elite der Sattelkünstler gewann. Die Titelverteidigung vor wenigen Wochen gelang ihr zwar nicht, aber das dürfte vorrangig an der Auslosung der Pferde gelegen haben. Ein dritter Platz in einem Wertungslauf konnte sich dennoch sehen lassen. Sicherlich vertrat Sibylle Vogt ihre Wahl-Heimat erneut mehr als würdig.

Ein Pony machte den Anfang

Zum Rennsport kam ich durch mein Pony. Man hat mich in meiner früheren Heimat Schweiz angesprochen, ob ich nicht in einem Ponyrennen mitmachen wollte. Ich habe das gemacht und wurde schnell zweimal Schweizer Meisterin“, erzählt Vogt. „Zuerst hatte ich aber keine Idee, was ich beruflich machen wollte. Allerdings habe ich mich fürs nichts anderes interessiert als das Reiten. Da kam mir der Gedanke, warum sollte ich nicht die dreijährige Ausbildung machen? 2010 habe ich meine Ausbildung bei Carmen Bocskai begonnen und auch bei ihr beendet. Mein Riesenglück war, dass ich beiden Bocskais, vor allem von Carmens Ehemann Georg als Klassejockey, sehr viel lernen konnte.“

Erfolgreiche Zeit bei Markus Klug

Gemeinsam mit den Bocskais ging es aber zunächst nicht nach Iffezheim, sondern in die Schweiz zurück. Da dort der Rennsport aber noch härtere Zeiten durchmacht als hierzulande, versuchte Vogt erneut ihr Glück in Deutschland und bekam über eine Facebook-Annonce ein Engagement bei Markus Klug im Gestüt Röttgen in Köln-Heumar. Es schloss sich eine sehr erfolgreiche Zeit mit dem Derby-Ritt an, doch später ging es wieder nach Iffezheim und zu Carmen Bocskai.

Wai Key Star siegt unter Sybille Vogt
Wai Key Star siegt unter Sybille Vogt im 65. Pr.d. Sparkassen Finanzgruppe Gr.3 am 05.09.2020 in Baden-Baden

Fester Platz in den Top 10

Ein Platz in den deutschen Top 10 ist seit ein paar Jahren fest gebucht, ebenso wie viele Erfolge in Frankreich für Aufsehen sorgten. Außerdem waren die Gruppesiege mit Winterfuchs für den Bocskai-Stall im Busch-Memorial 2019 in Krefeld und mit Wai Key Star im Preis der Preis der Sparkassen-Finanzgruppe 2020 in Baden-Baden für Sarah Steinberg sowie mit einem fulminanten Endspurt auf New Harzburg für Henk Grewe im Silbernen Band der Ruhr des vergangenen Jahres in Mülheim weitere Beweise für das Können von Sibylle Vogt.

Große Ziele in Europa

Mein Ziel ist es, eine der erfolgreichsten Rennreiterinnen Europas zu werden. Mir ist bewusst, dass ich da noch einen sehr weiten Weg vor mir habe. Dafür werde ich wahrscheinlich auch einige Zeit brauchen. Aber immerhin habe ich mir dieses Ziel einmal gesteckt“, sagt Vogt, die Reiterin mit der Vorliebe für Gummibärchen beim Autofahren, deren Weg nach oben immer weitergeht.

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Michael Hähn
Michael Hähn
Unser Autor Michael Hähn arbeitet als freier Journalist in Baden-Baden. Der Galopprennsport ist seit vielen Jahren sein Metier, und seine Leidenschaft sind Rennveranstaltungen in Deutschland und auf der ganzen Welt.

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